Wie läuft die mündliche Prüfung ab?

Die mündliche Prüfung ist ein anderes Format als das schriftliche Examen. Sie besteht aus sieben Blöcken à ca. 20 Minuten:

›Block 1: Kurzvortrag – den hältst du allein, vor der Prüfungskommission.
›Blöcke 2 bis 7: sechs Fragerunden – Fragen quer durch das gesamte Prüfungsgebiet, gestellt in der Gruppe.

In der Regel bist du an diesem Tag nicht allein: Die Prüfung findet meist mit drei bis vier Prüflingen gemeinsam statt. Abgenommen wird sie von sechs Prüfern – der Prüfungskommission.

Die Kommission gestaltet die Fragen relativ frei. Jeder Prüfer hat es selbst in der Hand, wer von den Prüflingen welche Frage gestellt bekommt – und ob sich ein Prüfungsdialog entwickelt oder linear Fragen kommen, die möglichst kurz per Definition zu beantworten sind.

Was bedeutet Kurzvortrag?
ThemenwahlZu Beginn der Prüfung bekommst du eine Liste mit drei Themen zur Auswahl.
Vorbereitungszeit30 Minuten für eines dieser drei Themen.
VortragsdauerMöglichst genau 10 Minuten.
HilfsmittelMedien kannst du nicht einsetzen.
PublikumDu trägst vor der sechsköpfigen Prüfungskommission vor.

Offiziell sind alle sieben Blöcke gleich gewichtet. Unsere Erfahrung bestätigt allerdings einen alten Grundsatz: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Für das Bestehen dieses Prüfungsabschnitts ist vor allem der Kurzvortrag entscheidend.

Wer hier souverän auftritt, geht mit Rückenwind durch die Fragerunden. Genau deshalb trainieren wir den Vortrag am Simulationstag in der Kleingruppe – maximal zwölf Teilnehmer, drei Dozenten. Details in unserer Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.

Wie wird das Ergebnis gewichtet?

Das Ergebnis der mündlichen Prüfung ist gleichwertig zum Ergebnis der schriftlichen Prüfung. Eine „schlechte“ Note aus dem schriftlichen Teil lässt sich hier also mühelos ausgleichen.

Wer insgesamt aus beiden Prüfungen einen Schnitt von 4,15 oder besser erreicht, hat bestanden – und kann im Anschluss zum Steuerberater bestellt werden.

Wie hoch sind die Erfolgschancen?

Anders als im schriftlichen Teil sind die Quoten hier erfreulich: Im Durchschnitt bestehen ca. 90 % der Teilnehmer die mündliche Prüfung. Die Quote schwankt allerdings je nach Bundesland. Und auch hier gilt – gerade bei etwas schwächeren schriftlichen Ergebnissen: Ohne gute Vorbereitung geht es nicht.

Welche Prüfungsfelder umfasst die mündliche Prüfung?

Die Prüfungsfelder ergeben sich aus § 37 Abs. 3 StBerG – theoretisch gelten sie auch für die schriftliche Prüfung:

Steuerliches Verfahrensrecht
sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer
Verbrauch- und Verkehrsteuern
einschließlich der Grundzüge des Zollrechts
Handelsrecht
sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Union
Betriebswirtschaft und Rechnungswesen
Volkswirtschaft
Berufsrecht

Abgefragt werden regelmäßig nicht alle Felder, sondern nur Teile davon. Welche das sind, lässt sich im Vorfeld leider nicht sagen – deshalb solltest du in der Breite vorbereitet sein. Wie du das angehst, steht in Schritt 4.

‹ Zurück zur Übersicht „Wie wird man Steuerberater?“

Sicher in die letzte Runde

Grundlagenteil, aktueller Teil und Simulationstag – alles, was du für den letzten Schritt brauchst.