Das alte System (bis einschließlich 2027)

Die bisherige Prüfung funktioniert nach einer Ausgleichslogik:

›3 schriftliche Klausuren à 6 Stunden an drei aufeinanderfolgenden Tagen
›Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer im Gesamtdurchschnitt aller drei Klausuren mindestens 4,5 erreicht
›Schwache Ergebnisse in einer Klausur können durch bessere in anderen ausgeglichen werden
›Wer dreimal nicht besteht, ist endgültig ausgeschlossen
Was sich ab 2028 ändert

Die bisherige Ausgleichslogik wird durch eine Modullogik ersetzt:

ModullogikJede Klausur muss einzeln mindestens die Note 4,5 erreichen – kein Ausgleich mehr zwischen den Fächern
Bestandene Modulebleiben erhalten – zeitlich begrenzt, die maximale Mitnahmedauer ist noch unklar
Versuchekein endgültiges Nichtbestehen mehr – unbegrenzte Versuche möglich
Zuganggelockert: nur noch 5 ECTS Wirtschaftswissenschaften + 5 ECTS erforderlich
Das entscheidende Rechenbeispiel

Die Umstellung von Ausgleichs- auf Einzelmodul-Logik hat eine Konsequenz, die bisher kaum diskutiert wird. Angenommen, deine Noten in der schriftlichen Prüfung lauten 4,0 / 4,5 / 5,0:

Altes System · bis 2027
Der Durchschnitt aller drei Klausuren zählt.
Tag 14,0
Tag 24,5
Tag 35,0
Schnitt4,5✓ bestanden
Zugelassen

Schnitt = 4,5, bestanden → Zulassung zur mündlichen Prüfung.

Neues System · ab 2028
Jede Klausur muss einzeln mindestens 4,5 erreichen.
Tag 14,0✓
Tag 24,5✓
Tag 35,0✗
Modul Tag 3nicht bestanden
Nicht zugelassen

Klausur Tag 3 (Note 5,0) nicht bestanden → keine Zulassung. Dieses Modul musst du wiederholen.

~20 %der Bestehenden

Das bedeutet konkret: ~20 % der Oktober-2025-Bestehenden wären 2028 durchgefallen.

Wendet man die neue Modullogik auf die tatsächlichen Ergebnisse des Examens Oktober 2025 an, hätten ca. 20 % der damaligen Bestehenden nicht bestanden und müssten zusätzliche Wiederholungsprüfungen ablegen.

Das ist kein Randphänomen – das ist ein struktureller Unterschied mit realen Konsequenzen. Wer in einem Fach strukturell schwächer ist, hat unter dem neuen System deutlich weniger Spielraum.

Was das für dich bedeutet
Du schreibst noch 2027
›Du profitierst noch vom alten Ausgleichssystem
›Eine schwächere Einzelklausur kann durch stärkere ausgeglichen werden
›Kein Risiko durch die neuen Einzelmodul-Regeln
Du wartest auf 2028 oder später
›Jede einzelne Klausur muss eigenständig mit mindestens 4,5 bestanden werden
›Kein Ausgleich mehr möglich
›Wer in einem Fach strukturell schwächer ist, braucht gezielteres Training

Fazit: Wer die Möglichkeit hat, noch 2027 zu schreiben, hat unter dem alten System mehr Spielraum. Gleichzeitig gilt: Das neue System ist für viele auch fairer – wer scheitert, wiederholt nur die schwache Klausur, nicht alles von vorn.

Der Reform-Fahrplan
November 2024
BMF legt erste Eckpunkte vor. Modularisierung und Digitalisierung als Kernelemente benannt.
Januar 2026
Bundessteuerberaterkammer konkretisiert Zeitplan und Modularisierungsmodell in einer Informationsveranstaltung.
März 2026
Neuer Diskussionsentwurf liegt vor. Kammern, Verbände und Interessenvertretungen können bis Mitte April Stellung nehmen.
Ziel: Oktober 2028
Inkrafttreten der neuen Prüfungsordnung. Einige Detailpunkte sind noch offen – etwa die genaue Gültigkeitsdauer bestandener Module. Das Kernkonzept der Modularisierung gilt als gesetzt.
Unser modulares Konzept

Unser Kurskonzept ist modular aufgebaut: Lehrbriefe, Teilzeitlehrgang, Fernkurs und Klausurenwochen kombinierst du frei. Für jeden Wissensstand findest du bei uns den richtigen Einstieg.

Noch wichtiger: Wer 2027 die Prüfung schreibt, profitiert noch vom alten Ausgleichssystem. Jetzt starten.

Noch im alten System starten

Wer im Oktober 2027 schreibt, profitiert noch von der Ausgleichslogik. Der passende Teilzeitlehrgang startet am 09.10.2026.